Einstimmung aufs Thema:

Das Geisterschiff am Horizont (Ballade) / Wer bei Ebbe - über Arngast wandert, betrachtet den Brunnen im Watt verwundert. Ein Relikt aus lang vergessenen Tagen. Einst spielten hier Kinder - auf festem, sicherem Land, bis mit schwarzen Segeln- ihr Lachen für immer verschwand. Ein dunkles Schiff am Horizont! Zerfetzt die Segel - das Tauwerk fort, vermodert die Planken – kein Mensch an Bord. Zu spät erkannten sie´s - mit Schaudern! Düstere Legenden -eilten ihm stets voraus. Verflucht das Schiff - mit Mann und Maus. Der bloße Anblick - bringt verderben! Verdammte Seelen! -auf hoher See gefangen, seit hundert Jahren - nicht vor Anker gegangen. Doch nun - kehrten sie zurück! Mit ihrer Landung, brach - schweres Wetter und tosendes Meer, wie eine Furie - über die Insel Arngast her! Mit unbändiger Kraft… sie zerschmetterte alles - mit wild, schäumender Flut; schliff´ die Frieseninsel - in blinder, rasender Wut. Ihre verdorbenen Seelen – endlich befreit! Die Insulaner indes -verschlang der Nordsee feuchter Schlund. Nur ihr Brunnen aus Torf - überstand im tiefen Grund. Vermächtnis und Mahnung zugleich! Wenn sich heut`, bei Ebbe drin -ein freundlich, blauer Himmel spiegelt, lass´ dich vom Trugbild täuschen; nicht – sonst ist dein Schicksal schnell besiegelt! Blick zum Horizont! Text: Iko Chmielewski

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