Zwei Welten treffen aufeinander - Licht und Ton verdichten die Atmosphäre

Seefahrer, verflucht bis in alle Ewigkeit übers Meer zu kreuzen - nicht lebend, nicht tot. Der Regisseur Frank Düwel verlegt die Handlung an die Friesische Küste. Dort treffen die Geisterfahrer auf die Bewohner einer kleinen Hafenstadt. Es entwickelt sich ein fantastisches Theater in dem Spannungsbogen zwischen Freude, Misstrauen, Angst und einer großen Liebe. Die sehr unterschiedlichen Gruppen – die Lebenden und die Toten – für die Zuschauer erfahrbar zu machen, war für alle Beteiligten eine große Herausforderung. Kostüme, Maskenbild, Choreografie, Licht- und Tontechnik spielen eine entscheidende Rolle. Alle künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten wurden optimiert und minutiös aufeinander abgestimmt, um je nach Szene eine heitere, düstere oder surreale Stimmung zu erzielen. Dabei muss sich „Freilichttheater“ mit den vorgegebenen Rahmenbedingungen - Wetter, Lichtverhältnisse und Tageszeit – intensiver auseinandersetzen und einlassen als eine „Indoor-Aufführung“ oder Film. Die aufwändige Lichttechnik kann bis zu Pause -aufgrund des Tageslichtes - noch nicht vollends seine volle Kraft entfalten. Dementsprechend setzt die Inszenierung im ersten Teil zunächst klassisch auf die schauspielerische Qualität sowie ein fernwirksames Kostüm- und Maskenbild. Während des Spiels entsteht, nach und nach, nur durch das wechseln der Kostüme und dem Umschminken der Schauspieler eine optische Grenze, zwischen den Lebenden und Toten. Um bestimmte Bewegungsabläufe der unterschiedlich agierenden Gruppen rhythmisch-lebendig oder mystisch-verklärt herauszuarbeiten, wurden Extraproben mit dem Hamburger Tänzer und Choreografen Can Gülec eingeschoben. Der Dramaturg und Komponist Manfred Scharfenstein entwickelte speziell für dieses Stück Musik- und Tonsequenzen. Klang- und Geräuschteppiche, verdichten die Atmosphäre oder übernehmen insbesondere während der hellen Tageszeit die dramatisch-akustische Zuspitzung einzelner Szenen. Ab Dämmerung stützt dann eine inszenierte Lichtführung zusätzlich die Dramaturgie des Stückes. Der Lichtdesigner Björn Salzer und die Veranstaltungstechnik Firma DTV aus Aurich entwickelten ein ausgeklügeltes Lichtkonzept, dass nach der Dämmerung magische Momente in die Landschaft zaubert.

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